{"id":37,"date":"2026-05-11T18:24:50","date_gmt":"2026-05-11T16:24:50","guid":{"rendered":"https:\/\/omis-magnum.eu\/?page_id=37"},"modified":"2026-08-22T16:45:40","modified_gmt":"2026-08-22T14:45:40","slug":"vielleicht-muss-ich-gar-nicht-alles-alleine-machen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/omis-magnum.eu\/?page_id=37","title":{"rendered":"Vielleicht muss ich gar nicht alles alleine machen?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-4-color has-text-color has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ein Einleitungstext zum Thema F\u00fcrsorge von Sigi<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Soundtrack zum Text: <a href=\"https:\/\/lampe.bandcamp.com\/track\/immer-muss-ich-alles-alleine-machen\">Lampe: Immer muss ich alles alleine machen.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-4-color has-text-color has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Vor kurzem war ich eine Woche im Krankenhaus. Es war nicht geplant, sondern ein Notfall. Das Krankenhaus ist ein riesiges Uniklinikum mit 1600 Betten und vielen Fachabteilungen. In diesem riesigen Komplex teilte ich mir f\u00fcr eine Woche mit zwei weiteren Frauen ein Dreierzimmer. Vor die T\u00fcr zu gehen, war f\u00fcr beide Frauen unm\u00f6glich &#8211; eine konnte nicht einmal das Bett verlassen. Nur wenige Meter voneinander entfernt liegend, bekamen wir jede Hilflosigkeit voneinander mit. Auf dieser voll und dicht belegten Station waren gef\u00fchlt alle schlimmer dran als ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Bett herumd\u00fcmpelnd denke ich \u00fcber den \u201ePflegenotstand\u201c in Deutschland nach. Alleine in der Altenpflege fehlen \u00fcber 150.000 Fachkr\u00e4fte.<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> Als Gr\u00fcnde werden die schlechten Arbeitsbedingungen und eine zu geringe Entlohnung angef\u00fchrt, die hohe emotionale und psychische Belastung und der Umstand, dass viele Menschen in Teilzeit arbeiten, statt in Vollzeit. Dies sind alles wichtige Begr\u00fcndungen \u2013 ich m\u00f6chte sie ausdr\u00fccklich nicht relativieren. In einem kapitalistischen System sind Sorget\u00e4tigkeiten zu gering bezahlt. Arbeitnehmer*innen verdienen im Pflegebereich in Deutschland real 17% weniger als in anderen Sektoren.<a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> Die Arbeitsbedingungen sind de facto extrem herausfordernd. Die Auswirkungen der tayloristischen<a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> Arbeitszeitverdichtung und ihre Trennung der T\u00e4tigen von ihrem Arbeitsprozess als Ganzem, wirkt auch in die pflegenden Berufe hinein: w\u00e4hrend ich \u00fcber diese Gegebenheiten nachdenke, kommt die <em>Schwarze<a href=\"#sdfootnote4sym\" id=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/em> Reinigungskraft in unser Zimmer. Auf meine Frage hin antwortet sie mir auf englisch, dass sie f\u00fcr die Reinigungen jedes Krankenzimmers t\u00e4glich nicht l\u00e4nger als 7 Minuten ben\u00f6tigen darf. Diese umfasst das Leeren der unterschiedlichen M\u00fclleimer, das nasse Wischen des Zimmers und die Reinigung von WC und Badezimmer.<a href=\"#sdfootnote5sym\" id=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a> Schnell lasse ich sie in Ruhe, damit ich ihr nicht zu viel von ihrer wenigen Zeit f\u00fcr das Gespr\u00e4ch mit mir wegnehme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke an meine Freundin, die in der mobilen Altenpflege arbeitet. Dort ist jede Dienstleistung \u2013 das Anziehen der St\u00fctzstr\u00fcmpfe, das Spritzen von Insulin oder das Waschen der Person \u2013 mit einem engen Zeitbudget versehen, das bei Ausdehnung nicht mehr finanziell gedeckt ist. Die mobile Pflege umfasst schlicht nur die professionellen Pfleget\u00e4tigkeiten. Menschliche Zwischenf\u00e4lle oder echter Kontakt ist zeitlich nicht vorgesehen.<a href=\"#sdfootnote6sym\" id=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> Dieser soll von anderen Menschen geleistet werden und ist arbeitsteilig von der Pflege abgetrennt. Es ist einfach monet\u00e4r g\u00fcnstiger, wenn die h\u00f6her eingruppierte Pflegekraft nicht den \u201ebilligeren\u201c normalen Kontakt \u00fcbernimmt. Letzterer ist ja eventuell sogar unentgeltlich von Angeh\u00f6rigen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--1 wp-block-paragraph\"><em>Vielleicht magst du hier kurz eine Pause machen. Wie geht es dir, wenn du meine Beschreibungen liest? Kannst du eine Reaktion in deinem K\u00f6rper sp\u00fcren? Tauchen Momente in deiner Erinnerung auf, in welchen du dich gut versorgt gef\u00fchlt hast in unserem Gesundheitssystem und dankbar warst daf\u00fcr, dass es in dieser Qualit\u00e4t f\u00fcr dich zug\u00e4nglich ist? Erinnerst du dich an Momente, in denen du dich alleine gef\u00fchlt hast, weil niemand wirklich da war, um dir etwas zu erkl\u00e4ren oder dich als ganzen Menschen anzuschauen? Nimm noch einen tiefen Atmenzug.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kann die systeminternen Begr\u00fcndungen f\u00fcr den Pflegenotstand und seine Auswirkungen nachvollziehen. Den Knackpunkt sehe ich jedoch an einer grunds\u00e4tzlicheren Stelle: in einem geldlogischen System, unter Marktbedingungen, sind all diese Ph\u00e4nomene vorprogrammiert.<a href=\"#sdfootnote7sym\" id=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Innerhalb dessen muss jede Interaktion, die geldlogisch organisiert ist, profitorientiert sein. Sonst geht schlicht irgendjemand oder irgendetwas pleite. Weil das so ist und Menschen ja auch f\u00fcr die Arbeitswelt m\u00f6glichst lange zur Verf\u00fcgung stehen sollen, greift der Staat regulierend ein. Er subventioniert einen Teil der F\u00fcrsorge um dies aufzufangen.<a href=\"#sdfootnote8sym\" id=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a> Dadurch werden F\u00fcrsorgeeinrichtungen m\u00f6glich und \u2013 in der Regel \u2013 auf Kante gen\u00e4ht.<a href=\"#sdfootnote9sym\" id=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a> Weil F\u00fcrsorge keinen monet\u00e4ren Mehrwert erzielt und dies mit der Wachstumslogik crasht. F\u00fcrsorge KANN innerhalb von Kapitalismus gar nicht bestens entlohnt werden und \u00fcber gute Arbeitsbedingungen verf\u00fcgen, weil der Fehler schon im System angelegt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Strukturelle Diskriminierung ist einmal mehr Buddy f\u00fcr die W\u00fcrdelosigkeit des geldlogischen Systems: 70% der Besch\u00e4ftigten in Sorgeberufen sind Frauen*<a href=\"#sdfootnote10sym\" id=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a>, zwischen 20% und 30% der Besch\u00e4ftigten im Gesundheitswesen sind zugewanderte Personen<em><a href=\"#sdfootnote11sym\" id=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/em><em>.<\/em> Das hat sich niemand gezielt ausgedacht und doch ist es kein Zufall. Es hat mit Patriarchat und Kolonialismus\/Rassismus zu tun. Im rassifizierten Patriarchat steht <em>Wei\u00dfe<\/em><em><a href=\"#sdfootnote12sym\" id=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/em><em>, <\/em>hegemoniale M\u00e4nnlichkeit<a href=\"#sdfootnote13sym\" id=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a>, ganz oben in der Hierarchie. Sie zeichnet sich durch Erfolg, Durchsetzungskraft, Funktionalit\u00e4t und Emotionshemmung aus. Hingegen werten F\u00fcrsorge, Liebe oder Weich-Sein M\u00e4nner in ihrer M\u00e4nnlichkeit ab, weil es gesellschaftlich konstruierter Weiblichkeit zu nahe kommt. In der Verschr\u00e4nkung mit Kolonialismus\/Rassismus sind auch <em>Schwarze <\/em>M\u00e4nner* automatisch gegen\u00fcber <em>Wei\u00dfer<\/em> M\u00e4nnlichkeit abgewertet. Dass also f\u00fcrsorgende Berufe vorwiegend von Frauen* oder <em>Schwarzen<\/em> Personen ausge\u00fcbt werden, hat etwas mit den vorherrschenden Machtstrukturen zu tun und nicht mit Herkunft oder Intelligenz.<a href=\"#sdfootnote14sym\" id=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a> Sie f\u00fchren zu fragmentarischen Trennungen innerhalb unserer Gesellschaft und innerhalb von Menschen.<a href=\"#sdfootnote15sym\" id=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--2 wp-block-paragraph\"><em>Checke kurz mit dir selbst ein. Wie f\u00fchlt sich dein K\u00f6rper an, wenn ich hier die Themen Frau*-, Mann*- Nicht-bin\u00e4r-, Schwarz- und Wei\u00df-Sein ber\u00fchre. Ist da Taubheit in dir oder ein bestimmtes Gef\u00fchl? Nimmst du Widerstand von einer bestimmten Stelle wahr? Lass ihn einfach da sein und beobachte, von welcher Stelle aus er sich meldet. Vielleicht gelingt es dir sogar Mitgef\u00fchl mit dir selbst zu haben, dass du in eine Welt geboren wurdest, die mit diesen Kategorien und verbundener Macht durchzogen ist?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die <em>Schwarze<\/em> Reinigungskraft unser Zimmer schon l\u00e4ngst wieder verlassen hat, denke ich noch \u00fcber die r\u00e4umlichen Trennungen in unserer Gesellschaft nach, die durch vorherrschende Machtstrukturen sich in St\u00e4dteplanung einschleichen. Die vorherrschenden Machtstrukturen f\u00fchren auch zu einer r\u00e4umlichen Trennung. Weil Kinder, Menschen, die behindert werden, sowie Pflegebed\u00fcrftige in der gesellschaftlichen Hierarchie eher unten angesiedelt sind, befinden sich Sandkasten, das Altenpflegeheim oder die Arbeitsstelle der behinderten Person nicht im Mischgebiet mit Banken, Regierungsviertel, Firmenzentrale und Fitnessstudio. Zwar wird beispielsweise bei der Neuplanung von Altenheimen \u00fcberlegt, wie Kontakt mit Lebendigkeit hergestellt werden kann. Dies bedeutet aber in der Regel, sie mit anderen F\u00fcrsorgeeinrichtungen zu kombinieren, wie Kindergarten oder Schulen. Krankenh\u00e4user werden sogar als hoch sterile Sicherheitszonen entwickelt. Sie werden auf gro\u00dfen Fl\u00e4chen an der Peripherie mit hochkomplexer Geb\u00e4udetechnik getrennt von ihrer Umgebung geplant.<a href=\"#sdfootnote16sym\" id=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> Die Menschen, die mit F\u00fcrsorget\u00e4tigkeiten einen gro\u00dfen Teil ihrer Zeit verbringen, befinden sich mit den zu Versorgenden r\u00e4umlich und sozial vom Zentrum gesellschaftlichen Lebens abgetrennt. Wie anders w\u00fcrde wohl eine Stadt aussehen, wenn F\u00fcrsorgebeziehungen Zentrum unserer gesellschaftlichen Aufmerksamkeit und Wertsch\u00e4tzung w\u00e4ren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie du vielleicht schon gemerkt hast, liege ich kapitalismus- und rassismuskritisch sowie queer-feministisch vorgebildet auf Station 75 herum. Ich gehe davon aus, dass die Situation der Pflegekr\u00e4fte hier, wie anderswo prek\u00e4r ist. Ich habe schon mal alle Empathie f\u00fcr sie zusammengekratzt, f\u00fcr den Stress, f\u00fcr alles, was nicht klappen wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann begegne ich echten Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das meine ich nicht ironisch. Ich begegne Menschen, die zugewandt sind. Die Krankenpfleger*innen fragen jeden Morgen und Abend, ob ich noch etwas brauche, damit es mir gut geht. Sie \u00fcbergehen mich nicht, nur weil ich vordergr\u00fcndig ganz aufger\u00e4umt wirke. Sie nehmen sich Zeit, ihr Wissen zu meiner neuen Krankheit mit mir teilen, um mich schulen. \u00dcberhaupt unterst\u00fctzen die meisten von ihnen die Patient*innen in ihren krisenhaften Situationen mit Humor. Meine Zimmernachbarinnen mit ihren be\u00e4ngstigenden Diagnosen sind auf Hilfe angewiesen und sch\u00e4men sich immer wieder, diese anzunehmen. Ich bewundere die Pflegekr\u00e4fte, wie sie ihnen gekonnt die Scham nehmen. Mit viel Erfahrung und Fertigkeit versuchen sie Leichtigkeit in unseren Alltag zu bringen, die Stimmung hochzuhalten, rei\u00dfen Witze. Einmal sagt eine Krankenpflegerin auch \u201eJetzt trink ich erst mal einen Kaffee. Nebenan wartet ein Mann, der schreit mich immer an. Das schaffe ich ohne Kaffee nicht. Nach der Pause nehme ich mir den zur Brust.\u201c Ich bin froh, Zeichen von Selbstschutz zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich will die Situation nicht sch\u00f6nreden. Wahrscheinlich hat Station 75 eine gute Leitung, die sich innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen f\u00fcr das Maximum an guten Arbeitsbedingungen einsetzt. Vielleicht ist auch einfach ein bisschen Gl\u00fcck dabei gewesen oder ich habe zu wenig Einblick. Und doch glaube ich, gibt es etwas Wichtiges, was sich aus dieser Beobachtung mitnehmen l\u00e4sst: F\u00fcrsorge ist nicht g\u00e4nzlich verwertbar. Auch wenn Menschen ihre pflegenden T\u00e4tigkeiten \u00e4quivalent gegen Geld tauschen (ein Lohnverh\u00e4ltnis in der Pflege), wird die T\u00e4tigkeit an sich nicht alleinig durch dieses Verh\u00e4ltnis bestimmt. Es ist nahezu unm\u00f6glich, F\u00fcrsorget\u00e4tigkeiten rein mechanisch herunterzurei\u00dfen \u2013 weil echte Menschen das Gegen\u00fcber sind. Weil ein Teil von uns in Bezogenheit geht, mitf\u00fchlt, Bed\u00fcrfnisse befriedigen will. Nat\u00fcrlich mal mehr, mal weniger und abh\u00e4ngig von den eigenen Kapazit\u00e4ten. Und doch richtet sich unser inneres System darauf aus, weil wir in der Bezogenheit \u2013 durch die Ber\u00fchrung mit dem Anderen \u2013 uns selbst erst erfahren k\u00f6nnen.<a href=\"#sdfootnote17sym\" id=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> Kapitalismus zehrt von diesem Schatz. Ihm zugeh\u00f6rig ist zwar die Erz\u00e4hlung der getrennten Individuen, die sich um das Schmieden ihres eigenen Gl\u00fccks k\u00fcmmern, doch sein systematisches Verwerten von Mensch und Mitwelt zu Gunsten von Profiten f\u00fcr einige, basiert darauf, dass Menschen f\u00fcr andere(s) jenseits dieser Logik f\u00fcrsorgen. Dies erm\u00f6glicht, dass Menschen wieder auf die Beine gestellt werden, und am n\u00e4chsten Tag wieder Kapitalismus machen k\u00f6nnen. Und so geben die Pflegenden in der Regel mehr von sich, als sie es beispielsweise tun w\u00fcrden, wenn sie eine Maschine bedienten<a href=\"#sdfootnote18sym\" id=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a>. Wahrscheinlich werden ihre Kapazit\u00e4ten mitf\u00fchlend zu sein auch Schaden nehmen durch die Dauerbelastung und die rationalisierenden Rahmenbedingungen.<a href=\"#sdfootnote19sym\" id=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a> Und dennoch werden sie vieles versuchen, um Patient*innen nicht in ihrem eigenen Kot liegen zu lassen, um zu verhindern, dass f\u00fcnf Kinder ein anderes verpr\u00fcgeln, um eine Schwangere nicht \u00fcber Stunden im Krei\u00dfsaal alleine zu lassen, um auch der letzten Person in der Tour ihr Essen auf R\u00e4dern vorbeizubringen \u2013 selbst wenn die Arbeitszeit um ist. Sie verdichten ihre Zeit, tun mehreres gleichzeitig, machen \u00dcberstunden &#8211; bis sie selbst oder das System zusammenbrechen.<a href=\"#sdfootnote20sym\" id=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a> Weil sie alle mit-f\u00fchlende, bezogene Wesen sind. Entgegen der Geschichte der Trennung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Krankenpfleger*in von Station 75, die Erzieher*in im st\u00e4dtischen Kindergarten, die Psychotherapeut*in, die Onkolog*in, die Heilerziehungspfleger*in oder die Sterbegeleiter*in nach Dienstende nach Hause gehen, beginnt f\u00fcr viele von ihnen die zweite Schicht des Tages: die nebul\u00f6sere, unbezahlte F\u00fcrsorget\u00e4tigkeit.<a href=\"#sdfootnote21sym\" id=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a> Auch diese ist ungleich verteilt \u2013 in Deutschland wird sie zu 60% von Frauen \u00fcbernommen. Das sind durchschnittlich 10 Stunden mehr unbezahlte Sorgearbeit pro Woche pro Frau*.<a href=\"#sdfootnote22sym\" id=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a> Noch bis in die 1980er Jahre war diese sogenannte \u201eHausarbeit\u201c grunds\u00e4tzlich den Frauen* zugeordnet, was in heterosexuellen Beziehungen gleichzeitig die finanzielle Abh\u00e4ngigkeit von Ehem\u00e4nnern festigte. In einem System, in dem Geldgebrauch in wirtschaftlichen Interaktionen dominant ist, wiegt diese Abh\u00e4ngigkeit kurzfristig schwerer, als die Abh\u00e4ngigkeit von der \u00fcberwiegend von Frauen* geleisteten F\u00fcrsorge, ohne die jede Gesellschaft zusammenbricht. Neoliberale Narrative brachten in den 1990er Jahren eine Ver\u00e4nderung dieser Aufteilung in tendenziell m\u00e4nnliche*, bezahlte und tendenziell weibliche*, unbezahlte Arbeit. Durch die Zuspitzung des Narrativs der Trennung wird immer mehr davon ausgegangen, dass jeder Mensch, egal welchen Geschlecht, selbst f\u00fcr sein finanzielles Auskommen verantwortlich ist. Dies verringert zwar vordergr\u00fcndig Abh\u00e4ngigkeiten innerhalb heteronormativer Beziehungen, l\u00f6st systematische Ungleichheiten jedoch nicht auf.<a href=\"#sdfootnote23sym\" id=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a> Unter anderem gilt diese individuelle Verantwortung unabh\u00e4ngig davon, wer wie viele Kinder geb\u00e4rt und begleitet, \u00c4ltere pflegt oder schlicht f\u00fcr Menschen sorgt, die dauerhaft oder vor\u00fcbergehend nicht verwertbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend ich dar\u00fcber nachdenke und mich \u00fcber diese strukturellen Ungerechtigkeiten emp\u00f6re beginnt meine Bettnachbarin zu weinen. Sie ist noch keine 30 Jahre alt und hat soeben erfahren, dass sie in Zukunft dreimal pro Woche zur Dialyse fahren muss, um lebensf\u00e4hig zu sein. Sie wird auch keine Kinder bekommen k\u00f6nnen \u2013 obwohl sie es sich sehr w\u00fcnscht. Wir sind hier eine Weile mit ihr, und stellen uns gemeinsam ihrer neuen Lebensrealit\u00e4t. Ja, F\u00fcrsorge beinhaltet auch die emotionale-somatische Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich gebe \u201eemotionale F\u00fcrsorge\u201c in eine Suchmaschine ein. Ich bin verbl\u00fcfft, dass sich auf den ersten Ergebnisseiten kein einziger Post mit kollektiver emotionaler F\u00fcrsorge besch\u00e4ftigt. Es geht allein um Selbstf\u00fcrsorge. Auch hier legt uns Trennungslogik nahe, anderen nicht zur Last zu fallen, ihnen nichts \u201eschuldig\u201c zu bleiben. Und gleichzeitig gibt es die Erwartung, dass ich mich selbst optimiere, indem ich meinen \u00fcbervollen Kalender so in den Griff bekomme, dass einmal die Woche doch bitte Quality-me-Time drin ist und damit auch die Selbstf\u00fcrsorge abgehakt wird. Statt einer grunds\u00e4tzlichen f\u00fcrsorglichen Haltung mir selbst gegen\u00fcber, die auch im Kollektiven mitverhandelt wird, trennen wir sie ab in einem Slot unseres Wochenplans. Dabei beginnt auch emotionale F\u00fcrsorge bei Geburt und endet mit dem letzten Atemzug.<a href=\"#sdfootnote24sym\" id=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> Von der Wiege bis zur Bahre begleiten mich andere Menschen mitf\u00fchlend.<a href=\"#sdfootnote25sym\" id=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a> Sonst w\u00e4re ich nicht lebensf\u00e4hig.<a href=\"#sdfootnote26sym\" id=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a> Mir ist klar, dass wir diese F\u00fcrsorge je nach den Erfahrungen, die wir gemacht haben sowohl als abwesend, zugewandt oder \u00fcberw\u00e4ltigend empfinden. Wahrscheinlich w\u00fcrden die Meisten von uns sagen, dass sie in ihrem Leben nicht ausreichend emotionale F\u00fcrsorge von pr\u00e4senten Gegen\u00fcber erfahren haben. Ich kenne da bei vielen von uns auch Schmerz oder Trauer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--3 wp-block-paragraph\"><em>Vielleicht ist es Zeit wieder einen Moment inne zu halten und in dich hinein zu horchen. Wie erinnerst du emotionale F\u00fcrsorge in deiner Herkunftsfamilie? Taucht Freude, Schmerz, Dankbarkeit oder Wut auf?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--4 wp-block-paragraph\"><em>Welche Situationen erinnerst du, in denen dir jemand im entscheidenden Moment tiefes M<\/em><em>i<\/em><em>tgef\u00fchl entgegengebracht hat? Hat sich dadurch etwas zwischen euch oder in der Situation ge\u00e4ndert? Wie hat sich dein I<\/em><em>n<\/em><em>nenraum ang<\/em><em>ef\u00fchlt? Taucht in dir vielleicht Dankbarkeit einer bestimmten Person gegen\u00fcber auf? Vielleicht magst du eine Pause machen und sie dieser Person gegen\u00fcber ausdr\u00fccken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcrsorge ist f\u00fcr mich einer der Schl\u00fcsselbegriffe, wenn ich mir gutes Leben f\u00fcr alle(s) vorstelle. Er ist tief in der queer-feministischen Debatte verankert, trifft pfeilgerade ins Herz der Frage nach einer bed\u00fcrfnisorientierten \u00d6konomie und \u00f6ffnet den Blick f\u00fcr ein m\u00f6gliches freudvolles Zusammenleben mit unseren mehr-als-menschlichen Mitwesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--5 wp-block-paragraph\"><em>Bevor ich dir <em>in diesem zweiten Teil des Textes<\/em><\/em> <em>von Menschen erz\u00e4hle, die bereits gelungene F\u00fcrsorge(systeme) in Bezogenheit leben, mag ich dich einladen in dir selbst zu lauschen. Welche Bilder tauchen auf, wenn du dir die beste aller Welten ausmalst? Wie w\u00fcrde F\u00fcrsorge dort aussehen? <br><em>Die F\u00fcrsorge f\u00fcr Kinder, Gew\u00e4sser, Jugendliche, Pflanzen, kranke Menschen, Tiere, junge Eltern, B\u00f6den, alte Menschen, die Atmosph\u00e4re, \u00fcberforderte Menschen<\/em> <em>und W\u00e4lder<\/em><em>?<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meiner Utopie ist es so: Sie beginnt mit einer riesigen Entr\u00fcmpelungsaktion. Stellen wir gesamtgesellschaftlich F\u00fcrsorge ins Zentrum unserer \u00d6konomie, f\u00e4llt ganz viel weg: alles, was nur des Profits wegen getan wird, um Menschen den Zugriff auf Dinge und Orte zu verwehren oder krank bzw. abh\u00e4ngig zu halten. All das landet auf dem Kompost der Geschichte und kann gen\u00fcsslich verdaut werden. Die Trennung in produktive und reproduktive T\u00e4tigkeiten im heutigen Verst\u00e4ndnis ist damit obsolet. F\u00fcrsorge \u2013 die heutigen reproduktiven T\u00e4tigkeiten \u2013 umfasst dann eigentlich alles, was so \u00fcbrig bleibt: das Versorgen von Menschen oder gemeinsam genutzter Infrastruktur, das Pflegnutzen unserer Mitwelt<a href=\"#sdfootnote27sym\" id=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a>, das Herstellen von Dingen, die wir daf\u00fcr brauchen, Mu\u00dfe, Spielen und Vergn\u00fcgen. Sie alle versorgen zentrale Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr ein fried- und freudvolles Zusammenleben. Auf Augenh\u00f6he versteht sich!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich das zu Ende f\u00fchldenke, kann ich wahrnehmen, wie sich alles ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Hinter meiner Utopie steht eine andere Ontologie, eine andere Weltsicht als die westlich-moderne, die derzeit viele Bereiche unseres Lebens dominiert.<a href=\"#sdfootnote28sym\" id=\"sdfootnote28anc\"><sup>28<\/sup><\/a> Diese Weltsicht zieht sich durch alles hindurch: Beziehungen zueinander und zur Welt, \u201eProduktion\u201c und \u201eKonsum\u201c, wie wir unsere Zeit verbringen, welche Bedeutung Zeit hat, Krankheiten, Leistung, St\u00e4dtebau und immer so weiter. Nun, ich sehe ein, dass der von mir angedachte Entr\u00fcmpelungstermin noch nicht im Weltkalender steht. Und doch ist das nicht alles neu.<a href=\"#sdfootnote29sym\" id=\"sdfootnote29anc\"><sup>29<\/sup><\/a> Vieles wird bereits gelebt, auch unter schwierigen Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von einzelnen Menschen, wie jenen, die ich auf Station 75 kennengelernt habe. Von dir und mir \u2013 abh\u00e4ngig davon, was die Rahmenbedingungen so zulassen. Wenn F\u00fcrsorge auf Mitgef\u00fchl beruht, muss ich zuerst einmal in der Lage sein, mitf\u00fchlen zu k\u00f6nnen. Und das ist unter Stress und Zeitdruck gar nicht so einfach. (Selbst-)Mitgef\u00fchl braucht Zeit und Raum. Deshalb gelingt uns das nur anteilig und manchmal gar nicht unter unwirtlichen Bedingungen. Dennoch findet es statt. Mitgef\u00fchl ist etwas, was wir jeden Tag \u00fcben k\u00f6nnen, auch wenn wir gerade keine Verb\u00fcndeten haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Neben der Qualit\u00e4t von F\u00fcrsorge, die immer mal wieder auf- und abtaucht, gibt es auch Menschen, die bereits Strukturen geschaffen haben, innerhalb derer F\u00fcrsorge und Mitgef\u00fchl beg\u00fcnstigt werden und in denen Profitorientierung meist behindert wird. Sie schaffen R\u00e4ume, in denen Bezogenheit den Vorzug vor der Trennung bekommt. Diese R\u00e4ume sind ein wichtiger weiterer Schritt, denn ein Leben in Bezogenheit \u00fcber die eigenen vier W\u00e4nde hinaus, kann ja mittelfristig nur stattfinden, wenn wir bei allem, was wir tun, Bed\u00fcrfnisse voneinander miteinbeziehen. Ein Baustein f\u00fcr gesellschaftliche L\u00f6sungen, k\u00f6nnte ein computergest\u00fctztes Abfragen und Matchen von Bedarfen sein.<a href=\"#sdfootnote30sym\" id=\"sdfootnote30anc\"><sup>30<\/sup><\/a> Und doch braucht es vor Ort mehr. Innerhalb dieser Strukturen kann (innerer) Raum geschaffen werden und die F\u00e4higkeit einge\u00fcbt werden, Bed\u00fcrfnisse wahrzunehmen, auszusprechen und mit der Scham umzugehen, die damit oft einher geht. Suchend k\u00f6nnen wir eine Schwarmintelligenz entwickeln, die Bed\u00fcrfnisse anderer h\u00f6rt und kollektiv befriedigt, meinen eigenen Beitrag darin erkennen l\u00e4sst, ohne mich pers\u00f6nlich f\u00fcr alles verantwortlich zu f\u00fchlen und ohne mich gar nicht verantwortlich zu f\u00fchlen. Daf\u00fcr brauchen wir diese Bezogenheit, in der ich und du (oder der Buchfink) gleichzeitig vorkommen. So dass insgesamt f\u00fcr alle(s) gesorgt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Weg dorthin gibt es viele Meilensteine, Rast- und Spielpl\u00e4tze, sowie Leuchtt\u00fcrme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer der gr\u00f6\u00dften Leuchtt\u00fcrme ist der Kooperativenverbund <strong>Cecosesola <\/strong>in Venezuela, der 2022 den Right Livelihood Award gewonnen hat. Es handelt sich um ein Netzwerk an 50 Kooperativen, die gemeinsam 700.000 Menschen mit Lebensmitteln versorgen, f\u00fcr 31.000 Familien Bestattungen ausrichten, 220.000 Menschen j\u00e4hrlich gesundheitlich versorgen, ein Transportsystem zur Verf\u00fcgung stellen, Geburtshilfe und vieles mehr.<a href=\"#sdfootnote31sym\" id=\"sdfootnote31anc\"><sup>31<\/sup><\/a> Markt und Profit werden dabei so gut es geht beiseite gelassen. Stattdessen wird alles bed\u00fcrfnisorientiert organisiert und Beziehungen werden in den Mittelpunkt gestellt: \u201eWir versuchen [&#8230;] das Wohlbefinden zu f\u00f6rdern, das sich herausbildet, sobald wir [&#8230;] Herrschaftsbeziehungen abbauen und sie durch andere ersetzen, n\u00e4mlich durch harmonische Beziehungen, die von Vertrauen, gegenseitiger Unterst\u00fctzung, Empathie und gef\u00fchlter Solidarit\u00e4t gepr\u00e4gt sind.\u201c<a href=\"#sdfootnote32sym\" id=\"sdfootnote32anc\"><sup>32<\/sup><\/a> Gustavo Salas, einer der \u00e4ltesten Mitglieder, erg\u00e4nzt: \u201eVertrauen l\u00e4sst sich \u00fcbrigens unendlich ausbauen. Deswegen sagen wir auch, dass unser Prozess grenzenlos ist. Wir zeigen, dass es m\u00f6glich ist, sich anders zueinander in Beziehung zu setzen.\u201c<a href=\"#sdfootnote33sym\" id=\"sdfootnote33anc\"><sup>33<\/sup><\/a> Diese anderen Beziehungen entstehen nicht von alleine, sondern werden t\u00e4glich praktiziert und einge\u00fcbt. Viele Angestellte bei Cecosesola rotieren ihre T\u00e4tigkeiten, je nach Vorlieben und Notwendigkeit. \u201eWenn wir rotieren, treten wir immer wieder neuen Menschen gegen\u00fcber, und das entspricht unserer Kultur des pers\u00f6nlichen Kontakts. Dort, wo wir gerade t\u00e4tig sind, werden diese Kontakte gelebt, nicht nur in den Versammlungen. Das ist alles andere als abstrakt. Es ist sehr konkret. Wir ber\u00fchren den Anderen \u2013 im Wortsinne.\u201c<a href=\"#sdfootnote34sym\" id=\"sdfootnote34anc\"><sup>34<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1967 begann alles mit einem Bestattungsinstitut als Reaktion auf die schiere Not vieler Familien, die sich einen privatwirtschaftlichen Bestattungsdienst nicht leisten konnten und dennoch den Bedarf hatten, Angeh\u00f6rigen in einer w\u00fcrdevolle Trauerfeier zu verabschieden.<a href=\"#sdfootnote35sym\" id=\"sdfootnote35anc\"><sup>35<\/sup><\/a> Seither wurden immer mehr Bed\u00fcrfnisse durch Kooperativen versorgt &#8211; auf Basis einer sich ausbreitenden Kultur kollektiven Respekts und Vertrauens. So werden bei Cecosesola w\u00f6chentlich 600 Tonnen Gem\u00fcse und Fr\u00fcchte produziert und auf die M\u00e4rkte gebracht. Wie bei einer solidarischen Landwirtschaft werden alle Landwirt*innen gefragt, welche Geldbedarfe sie haben, um \u00f6kologische Lebensmittel f\u00fcr Cecosesola produzieren zu k\u00f6nnen. Sind die Bedarfe aller Landwirt*innen ermittelt, werden diese addiert und durch die Kilos an produzierten Lebensmittel dividiert. So entsteht der Einheitskilopreis f\u00fcr alles Obst und Gem\u00fcse auf den 20 Wochenm\u00e4rkten Barquisimetos. Er liegt deutlich unter den Preisen anderer M\u00e4rkte.<a href=\"#sdfootnote36sym\" id=\"sdfootnote36anc\"><sup>36<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als im M\u00e4rz 2019 f\u00fcr 5 Tage der Strom ausfiel, eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung ohne Bargeld war und nun auch keine M\u00f6glichkeit mehr hatte, Kreditkarten zu benutzen, blieben fast alle Gesch\u00e4fte aus Angst vor Pl\u00fcnderungen geschlossen. Die M\u00e4rkte von Cecosesola hingegen blieben ge\u00f6ffnet, um die Bev\u00f6lkerung mit Lebensmitteln zu versorgen &#8211; f\u00fcr viele die einzige M\u00f6glichkeit um an Essen zu kommen. Cecosesola setzte auf Vertrauen und langfristige Beziehungen und reichte \u00fcber 100 Tonnen Gem\u00fcse ohne Bezahlung \u00fcber den Tisch und lie\u00df daf\u00fcr Anschreiben.<a href=\"#sdfootnote37sym\" id=\"sdfootnote37anc\"><sup>37<\/sup><\/a> Als ich im M\u00e4rz 2026 zu Besuch bei Cecosesola war, erz\u00e4hlten mir compa\u00f1er@s, dass 96% aller Schulden getilgt worden waren und dass bis heute manchmal Menschen mit ihren handschriftlichen Schuldscheinen von damals k\u00e4men. \u201eIch bin damals nach Chile ausgewandert und war seither nicht mehr hier, aber jetzt bin ich bei meiner Familie zu Besuch und mag meine Schulden von damals noch begleichen.\u201c Mich ber\u00fchrt, wie Menschen f\u00fcreinander und f\u00fcr die gemeinsame Struktur sorgen, wenn sie echtes Vertrauen ineinander erleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amador ist eines der lebens\u00e4lteren Mitglieder bei Cecosesola. In Deutschland w\u00e4re er bereits Rentner. Doch bei Cecosesola gibt es keine Rente. Alle bekommen bis ans Lebensende ihr Gehalt und bringen sich mit ihren M\u00f6glichkeiten und dem, was ihnen Freude macht, ein. Sie bleiben weiterhin im Zentrum der Gemeinschaft. Amador sitzt bei den Wochenm\u00e4rkten leicht erh\u00f6ht auf dem Parkplatz und sorgt f\u00fcr dessen Sicherheit. Mitten im Geschehen erf\u00e4hrt er Anerkennung und kann etwas beitragen. Als Amador stirbt, umringen zahlreiche Mitglieder von Cecosesola sein Sterbebett. Sie geben ihm und seiner Kernfamilie emotionalen R\u00fcckhalt. F\u00fcr Amadors Beerdingung sorgt das kollektive Beerdigungsinstitut, bezahlt von der Gemeinschaft.<a href=\"#sdfootnote38sym\" id=\"sdfootnote38anc\"><sup>38<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--6 wp-block-paragraph\"><em>Ich mag dich erneut zum Innehalten einladen. Was l\u00f6st es in dir aus von diesen Menschen in Venezuela zu lesen? Wie stellst du sie dir vor? Wie w\u00fcrde es sich f\u00fcr dich anf\u00fchlen, wenn es eine \u00e4hnliche Gemeinschaft in deiner Stadt g\u00e4be? Wie w\u00fcrde sich dein Leben anf\u00fchlen? Ist das f\u00fcr dich denkbar?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel, welches kurzfristig mit nur kleinem Strukturaufbau anverwandelt werden kann, habe ich selbst 2023 erlebt. Eine Freundin, nennen wir sie Daria, befand sich in einer verzweifelten Lebenslage und rief mich eines Tages an. Meine Frage, ob sie suizidal sei, bejahte Daria. Gemeinsam \u00fcberlegten wir, mit welchen Personen aus unserem gemeinsamen Bekanntenkreis sie sich sicher genug f\u00fchlte, um von ihnen emotional versorgt zu werden. Wir wohnten alle \u00fcber Deutschland verstreut. So rief ich alle an und versammelte sie gemeinsam mit Daria zu einem Videocall. Dort verabredeten wir eine <strong>Rund-um-die-Uhr-Telefonbereitschaft<\/strong> f\u00fcr Daria. In einem Onlinekalender trugen wir alle unsere Bereitschaftszeiten ein. Wir achteten darauf, dass alle Zeiten abgedeckt waren und kein zu kleinteiliger Wechsel stattfand. Unsere Vereinbarung war, dass Daria sofort die Person in Bereitschaft anrufen w\u00fcrde, sobald sie in eine emotional kritische Situation k\u00e4me und wir dann gemeinsam da sein w\u00fcrden. Wir anderen versprachen, zu unseren Bereitschaftszeiten rund um die Uhr telefonisch erreichbar zu sein und gleichzeitig in allen anderen Zeitr\u00e4umen, die Verantwortung loszulassen. Nach etwa 10 Tagen meldete uns Daria zur\u00fcck, dass sie sich wieder stabil genug f\u00fchle, um ohne feste Bereitschaftsperson zu sein. Sie hatte nur zwei oder dreimal die M\u00f6glichkeit genutzt. Aber die Gewissheit, dass wir alle f\u00fcr sie da sind, gab ihr ausreichend Kraft, um die Zeit gut zu \u00fcberstehen. Mich hat diese Zeit sehr bereichert. Es gibt mir Hoffnung, dass wir f\u00fcreinander da sein k\u00f6nnen, ohne uns jeweils zu \u00fcberfordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen hat Daria entschieden, sich ein dauerhaftes, <strong>pers\u00f6nliches support-system<\/strong> nach den Vorschl\u00e4gen <strong>Dominic Barters<\/strong><a href=\"#sdfootnote39sym\" id=\"sdfootnote39anc\"><sup>39<\/sup><\/a> aufzubauen. Er ist Begr\u00fcnder der Restorative Justice und sensibilisiert daf\u00fcr, dass wir ein starkes Unterst\u00fctzungssystem ben\u00f6tigen, um in einer Welt voller gewaltgepr\u00e4gter Strukturen wie Diskriminierung und wirtschaftlicher Unterdr\u00fcckung selbst m\u00f6glichst friedfertig zu handeln. In Momenten, in denen wir selbst Gewalt, Frustration oder \u00dcberforderung erleben, sind gewaltvolle Reaktionen naheliegend. Wenn wir jedoch wissen, dass wir sp\u00e4ter Unterst\u00fctzung erhalten von Menschen, die uns einen gesch\u00fctzten Raum bieten, in dem wir mit unserer emotionalen \u00dcberforderung umgehen k\u00f6nnen, wird es leichter, eine gewaltarme Reaktion zu w\u00e4hlen. Im Umkehrschluss geht Barter davon aus, dass wenn ich beispielsweise gegen\u00fcber meinen Kindern gewaltt\u00e4tig (abwertend, vernachl\u00e4ssigend, etc.) werde, mein Unterst\u00fctzungssystem in diesem Bereich einfach noch nicht ausreicht. Wenn jeder Mensch einige Personen in seinem Umfeld darum bittet, Teil des pers\u00f6nlichen Unterst\u00fctzungssystems zu sein, w\u00e4ren wir alle in ein Netzwerk gegenseitiger emotionaler F\u00fcrsorge eingebunden. Unsere Nervensystem k\u00f6nnen dort von- und miteinander lernen in der \u00dcberforderung nicht allein zu bleiben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwas \u00c4hnliches, weniger auf einzelne Personen fokussiert, findet in den 2019 entstandenen <strong>Kollapscaf\u00e9s<\/strong> statt. Sie wurden gegr\u00fcndet, um R\u00e4ume zu schaffen, in denen Menschen aus einer Nachbarschaft sich gegenseitig bei der Verarbeitung von emotionaler \u00dcberw\u00e4ltigung unterst\u00fctzen, die das Wissen um die unaufhaltsame Klimakrise und ihre nachgelagerten gesellschaftlichen Krisen in uns ausl\u00f6sen. Es geht darum, innere Kapazit\u00e4t zu schaffen, um <strong>mit Gef\u00fchlen wie Angst, Trauer, Wut und Scham gemeinsam umzugehen<\/strong> und zuk\u00fcnftigen herausfordernden emotionalen Zust\u00e4nden resilienter zu begegnen. Inzwischen gibt es Kollapscaf\u00e9s in vielen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten.<a href=\"#sdfootnote40sym\" id=\"sdfootnote40anc\"><sup>40<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--7 wp-block-paragraph\"><em>Hier an dieser Stelle mag ich dich einladen Pause zu machen. Wenn ich mich der Unsicherheit und dem Vergehen zuwende, die f\u00fcr mich mit Klimaumbruch zusammenh\u00e4ngen, f\u00fchle ich mich ziemlich taub. Ich merke, dass ich beim Schreiben dieser Zeilen nochmal tief ausatme. Da taucht ein kleines bisschen Trauer auf, bevor etwas in mir sich wieder dar\u00fcber legt, wahrscheinlich aus Angst, es k\u00f6nnte zu viel werden. Hallo Trauer, mag ich sagen. Sch\u00f6n, dass ich ein bisschen etwas von dir mitbekommen durfte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--8 wp-block-paragraph\"><em>Wei\u00dft du schon mehr \u00fcber deine innere Gef\u00fchlslandkarte zu Klimaumbruch? Wie erkundest du sie? Alleine, umgeben von mehr-als-menschlicher-Natur oder mit anderen Menschen? Gibt es daf\u00fcr Raum in deinem Alltag? Mit wem w\u00fcrdest du es gerne ausprobieren? Und magst du diesen Menschen oder Wesen gerade jetzt davon erz\u00e4hlen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei <strong>TransParents<\/strong> unterst\u00fctzen Coaches in einem Onlinekurs und im zugeh\u00f6rigen Netzwerk Eltern sich gegenseitig dabei, Elternschaft mit der Grundhaltung von Bezogenheit zu leben und dadurch Wandel in der Gesellschaft mitzugestalten. Die Gr\u00fcnderin Kirsten Timmer versteht Kinder als Einladung an ihre Eltern, weiterzuwachsen, weil sie an jenen Stellen Stress und Schmerz aktivieren, an denen Eltern selbst noch gefangen sind. Durch das gemeinsame darum wissen und mitf\u00fchlende Bezeugen durch andere Eltern, k\u00f6nnen alle immer pr\u00e4senter und zugewandter mit den eigenen Kindern sein. Teresa Heidegger, ebenfalls Gr\u00fcnderin von TransParents, erg\u00e4nzt: \u201eEs geht nicht darum, dass wir unsere Kinder perfekt begleiten, sondern dass wir sie in einer Welt die wahrlich unperfekt ist, liebevoll und f\u00fcrsorglich begleiten und da sind f\u00fcr ihren Frust, ihren Schmerz, ihre Freuden und ihre Lebendigkeit. Um wirklich \u201eda\u201c sein zu k\u00f6nnen, brauchen wir oft Heilung und Ausbildung.\u201c<a href=\"#sdfootnote41sym\" id=\"sdfootnote41anc\"><sup>41<\/sup><\/a> Im Gemeinschafts- und Lebensprojekt Cambium in der S\u00fcdsteiermark entschieden sich Jahreszahl??? die Mehrheit der Erwachsenen gemeinsam eine Weiterbildung bei TransParent zu machen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob sie selbst Eltern waren oder nicht. Das gemeinsame Leben mit Kindern hatte schwierige Situationen mit sich gebracht und die Gemeinschaft wollte sich darauf ausrichten mit den Kindern in Bezogenheit am Platz zu leben und sich dabei unterst\u00fctzen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Artabana<\/strong> ist eine gemeinschaftsgetragene Unterst\u00fctzungseinrichtung im Gesundheitswesen. Sie wurde 1987 in der Schweiz initiiert und seit 1999 gibt es sie auch in Deutschland. In Lokalgruppen kommen f\u00fcnf bis drei\u00dfig Menschen regelm\u00e4\u00dfig zusammen und sprechen \u00fcber gesunde Lebensf\u00fchrung, Gesundheitsvorsorge und Umgang mit Krankheit. In diesen kleinen Kreisen findet Mitgef\u00fchl und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr krisenhafte Lebenssituationen statt. Gleichzeitig bezahlen alle einen individuell festgelegten Beitrag in einen Gesundheitstopf ein, aus dem alle Mitglieder bei Bedarf Gelder f\u00fcr ihre Gesundheitspr\u00e4vention oder Krankheitsf\u00e4lle entnehmen k\u00f6nnen. Dabei entscheidet die Gruppe wohlwollend \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Eigenbetrag und Solidarbetrag durch die Gemeinschaft \u2013 ausgehend von den finanziellen M\u00f6glichkeiten der jeweiligen Person. \u00dcber die Therapieform entscheidet die betroffene Person eigenst\u00e4ndig. In einem solidarischen Modell unterst\u00fctzen sich die etwa 270 Regionalgruppen in Deutschland gegenseitig und sorgen f\u00fcr Ausgleich bei finanzieller \u00dcberforderung einzelner Gruppen.<a href=\"#sdfootnote42sym\" id=\"sdfootnote42anc\"><sup>42<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gelungenes Beispiel f\u00fcr einen ambulanten Pflegedienst, der die Bed\u00fcrfnisse der pflegebed\u00fcrftigen Person und Beziehungen in den Mittelpunkt stellt, ist <strong>Buurtzorg<\/strong>. Der niederl\u00e4ndische Krankenpfleger Jos de Blok gr\u00fcndete sie 2006 mit einem kleinen Team. Heute arbeiten \u00fcber 10.000 Pflegekr\u00e4fte in \u00fcberschaubaren, selbstorgsanisierten Teams, die sich jeweils um 50 &#8211; 60 Personen in einer Nachbarschaft k\u00fcmmern.<a href=\"#sdfootnote43sym\" id=\"sdfootnote43anc\"><sup>43<\/sup><\/a> Buurtzorg hat die Pflege radikal vereinfacht und dadurch gleichzeitig Raum f\u00fcr Wesentliches geschaffen. Pflegekr\u00e4fte, die von Anfang an eine Beziehung mit den zu pflegenden Menschen und ihrem Umfeld eingehen, finden mit ihnen gemeinsam heraus, was sie wirklich brauchen, um zu Hause gut versorgt zu sein. Gemeinsam bauen sie ein Beziehungsnetzwerk auf, das auch Familie, Freund*innen und Nachbarschaft miteinbezieht. Gleichzeitig wird gemeinsam versucht, so lange wie m\u00f6glich die Eigenst\u00e4ndigkeit zu erhalten. Bei Buurtzorg wird dann nur noch die Zeit der Pfleger*innen abgerechnet. Die Dokumentation und Verwaltung von einzelnen Pflegeleistungen entf\u00e4llt, der b\u00fcrokratische Aufwand sinkt auf ein Viertel, auch weil sich die Pflegekr\u00e4fte selbst verwalten. Pflegekr\u00e4fte bei Buurtzorg arbeiten mit Zeitf\u00fclle: sie nehmen sich Zeit f\u00fcr Gespr\u00e4che, Beziehung und die ganz konkrete Pflege. Studien haben herausgefunden, dass die Klient*innen bei Buurtzorg nur halb so viel Pflegezeit in Anspruch nehmen, wie der Durchschnitt. Pflegekr\u00e4fte ermutigen und unterst\u00fctzen die zu Betreuenden dabei unabh\u00e4ngiger zu werden. Die gekn\u00fcpften und gelebten Beziehungen f\u00fchren nachweislich dazu, dass die Kosten, welche f\u00fcr Buurtzorgklient*innen im Gesundheitssystem anfallen, um 40% sinken.<a href=\"#sdfootnote44sym\" id=\"sdfootnote44anc\"><sup>44<\/sup><\/a> Im Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen Ursachen f\u00fcr Unwohlsein oft direkt erkannt werden und m\u00fcssen nicht bei einem Krankenhausaufenthalt herausgefunden werden. Gleichzeitig ist die Zufriedenheit der Betreuten deutlich h\u00f6her, wie bei jedem anderen Pflegedienst in der Niederlande. Auch war Buurtzorg vier mal in den letzten f\u00fcnf Jahren der Arbeitgeber mit der h\u00f6chsten Zufriedenheit in der Belegschaft aller gr\u00f6\u00dferen Unternehmen in den Niederlanden.<a href=\"#sdfootnote45sym\" id=\"sdfootnote45anc\"><sup>45<\/sup><\/a> Mittlerweile gibt es Buurtzorg in Deutschland<a href=\"#sdfootnote46sym\" id=\"sdfootnote46anc\"><sup>46<\/sup><\/a> und 39 anderen L\u00e4ndern und auch das Themenfeld weitet sich aus: in der Niederlande gibt es das Buurtzorgmodell nun auch f\u00fcr die Betreuung von Menschen mit psychischen Problemen, f\u00fcr die Kinder- und Jugendhilfe, sowie Haushaltshilfe.<a href=\"#sdfootnote47sym\" id=\"sdfootnote47anc\"><sup>47<\/sup><\/a> Oftmals gibt es keine Zeitlimitierung f\u00fcr die Besuche bei den Klient*innen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation has-large-font-size is-style-text-annotation--9 wp-block-paragraph\"><em>Inzwischen habe ich schon von ganz sch\u00f6n vielen gelungenen Beispielen erz\u00e4hlt, die F\u00fcrsorge in ihre Mitte holen. Lass uns kurz eine Pause machen und das Feiern! Ist es nicht gro\u00dfartig, was \u00fcberall auf der Welt schon lebendig ist? Wie geht es dir beim Lesen dieser Beispiele? Sp\u00fcrst du Freude und Anerkennung? Oder vielleicht auch Trauer darum, dass es nicht immer so ist oder Verbitterung mit der Welt? Oder alles zusammen und noch mehr?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Beginenhaus in K\u00f6ln<a href=\"#sdfootnote48sym\" id=\"sdfootnote48anc\"><sup>48<\/sup><\/a> ist Teil der <strong>Beginenstiftung<\/strong> Deutschland, ein sogenanntes Beginenhaus. Dort wohnen allein lebende Frauen selbstbestimmt in Gemeinschaft. Die H\u00e4user sind Gemeineigentum und unver\u00e4u\u00dferlich. Sie sind also dem spekulativen Immobilienmarkt entzogen und bieten langfristig bezahlbaren Wohnraum. In K\u00f6lner Beginenhaus leben 27 Frauen &#8211; 2020 war ihr Altersdurchschnitt 71 Jahre. Das Thema Sterben und Tod war so immer wieder Teil ihres Alltages. Um den Tod und alles, was er in Menschen ausl\u00f6st, gemeinsam zu begegnen gr\u00fcndete sich eine elfk\u00f6pfige, inzwischen feste Gruppe, die Teil des Gemeinschaftslebens geworden ist. Die Frauen treffen sich regelm\u00e4\u00dfig zum Austausch zu Fragen, wie: \u201eWie gehe ich selbst mit eigener und fremder Bed\u00fcrftigkeit um? Wie mit Annehmen von Hilfe [\u2026]? Was w\u00fcnsche ich mir f\u00fcr die verbleibenden Lebensjahre? Welche Erfahrungen habe ich mit dem Tod bisher gemacht? Welche \u00c4ngste habe ich davor? Welche Voraussetzungen braucht es f\u00fcr mich f\u00fcr ein friedvolles Sterben? Welche Aspekte hat eine spirituelle Vorsorge im engeren Sinn? Was passiert mit meiner Seele? Gibt es f\u00fcr mich die Vorstellung von Hin\u00fcbergehen? Wohin \u2013 was kommt danach? Welche Erfahrungen habe ich bisher mit dem Tod gemacht? Was brauche ich ganz pers\u00f6nlich f\u00fcr ein friedvolles Sterben? Welche spirituelle Vorsorge m\u00f6chte ich treffen und wer kann mir dabei helfen?\u201c<a href=\"#sdfootnote50sym\" id=\"sdfootnote50anc\"><sup>50<\/sup><\/a> Diese Gespr\u00e4che, die den Tod zu einem Aspekt des Lebens machen und innere Kapazit\u00e4ten weiten, um mit \u00c4ngsten gemeinsam umzugehen, m\u00fcssen nicht im Rahmen von institutionalisierten Gemeinschaften wie dieser stattfinden. Wie die Einsatzleitung eines ambulanten Kinderhospizdienstes Birgit Endre\u00df im Interview auf dieser Webseite deutlich macht, ist \u201eendlich leben\u201c eine f\u00fcrsorgliche Haltung und Praxis, die in vielen Beziehungsgeflechten m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod einer Person ist es an den Hinterbliebenen, ob sie eine Form des Abschieds finden, der Bezogenheit und F\u00fcrsorge zwischen der Verstorbenen Person, den Trauernden und der Erde herstellt oder erneuert. Eine M\u00f6glichkeit, durch das eigene Sterben der Erde etwas zur\u00fcckzugeben ist die Bestattungsform Kompostieren \u2013 die Reerdigung. Ist ein Mensch gestorben, wird er gemeinsam mit pflanzlichen Materialien in einen geschlossenen Kokon gegeben. Innerhalb von 40 Tagen verwandelt sich der Leichnam mit Hilfe nat\u00fcrlicher Mikroorganismen, die bereits in K\u00f6rper und Pflanzen enthalten sind, in Humus. Die n\u00e4hrstoffreiche Erde kann nun anderen Lebewesen als Zuhause oder N\u00e4hrboden dienen. Die Atome der Verstorbenen gehen \u00fcber in andere Wesensformen und werden eine zeitlang deren Atome, bevor die weiterziehen.<a href=\"#sdfootnote51sym\" id=\"sdfootnote51anc\"><sup>51<\/sup><\/a> Die Reerdigung erinnert mich an den Philosophen Andreas Weber, der davon spricht, dass wir alle f\u00fcreinander \u201eessbar sind\u201c.<a href=\"#sdfootnote52sym\" id=\"sdfootnote52anc\"><sup>52<\/sup><\/a> Mir bleibt das Bild eines riesigen Verdauungsprozesses, in welchem wir uns miteinander befinden \u2013 als Ausdruck von gegenseitigem N\u00e4hren und Bezogenheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klassische Beerdigungsrituale versammeln dann die Hinterblieben zuerst am Grab, um den Leichnam der Erde zur\u00fcckzugeben, sp\u00e4ter werden beim sogenannten \u201eLeichenschmaus\u201c die Beziehungen unter den Trauernden erneuert. Ob dabei wirklich aufeinander bezogene F\u00fcrsorge stattfindet, ist wahrscheinlich eher eine Frage der Haltung, als der Form. Ein ber\u00fchrendes Beispiel habe ich auf der Bestattung einer Freundin erlebt. An einem freien Platz im Friedwald stellten wir Trauernden uns alle im Kreis auf und blickten uns nacheinander an, um wahrzunehmen wer wir denn alle sind, die hier unsere Freundin verabschieden. Anschlie\u00dfend gab es etwa eine Stunde Zeit, in der Menschen in die Mitte gehen konnten und von einer Begegnung mit unserer Freundin erz\u00e4hlen konnten. Die Situation konnte, sch\u00f6n, traurig, lustig, schmerzhaft und auch schrullig sein. Menschen sangen Lieder, die unsere Freundin geliebt hatte. Da sie lange in Lateinamerika gelebt hatte, schlug eine Person aus dieser Lebensphase vor, einen dortigen Brauch zu \u00fcbernehmen und der Verstorbenen f\u00fcr all das, was sie war und in die Welt gebracht hatte, zu applaudieren. Eine Person dankte den Kindern unserer Freundin, dass sie sie mit uns in der gemeinsamen politischen Arbeit geteilt hatten und so auch oft entbehren mussten. Ich selbst habe bei diesem Ritual erlebt, wie wir aufeinander und auf unsere Freundin bezogen gemeinsam mit der Trauer umgingen, f\u00fcreinander da waren um diese gemeinsam ein kleines St\u00fcck weiter zu verdauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese bereits geliebten und gelebten Strukturen, die F\u00fcrsorge in Bezogenheit in den Mittelpunkt und vor Profitlogik und anderen Trennungsmechanismen verteidigen, sind nur eine Auswahl. Sie sind nicht <em>die<\/em> L\u00f6sung, sondern viele angepasste L\u00f6sungen. Menschen haben sie an jenen Orten auf den Weg gebracht, wo sie einen Mangel an Mitgef\u00fchl, F\u00fcrsorge und W\u00e4rme wahrgenommen haben. Stellen, wo in ihnen ein \u201eNein! Das ist nicht richtig!\u201c aufgetaucht ist oder ein \u201eStopp! Das lasse ich mir nicht nehmen!\u201c oder ein \u201eDas f\u00fchlt sich gut an, da bin ich dabei!\u201c Sie haben an ihren Orten unbefriedigte Bed\u00fcrfnisse wahrgenommen und mit einer Haltung der Bezogenheit einen anderen Weg gew\u00e4hlt und sind F\u00fcrsorge an dieser einen Stelle als Leitstern gefolgt. Viele Probleme, die ich im ersten Teil des Textes aufgereiht habe, sind dadurch weiter weg ger\u00fcckt. Es wird Zeit f\u00fcr die Entr\u00fcmpelungsaktion. Der Ort an dem ich verwoben bin, wirke, streite und liebe ist sicher ein guter Ausgangsort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote1anc\" id=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> <a href=\"https:\/\/www.pflegenot-deutschland.de\/\">https:\/\/www.pflegenot-deutschland.de\/<\/a> (17.4.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote2anc\" id=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt\/pay-gap-soziale-berufe-teilzeit-frauen-lohnluecke-verdienst-100.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt\/pay-gap-soziale-berufe-teilzeit-frauen-lohnluecke-verdienst-100.html<\/a> (17.4.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote3anc\" id=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Frederick Taylor propagierte mit seinem Scientific Management die Aufgliederung eines kompletten Arbeitsprozesses in k\u00fcrzeste und monoton-repetitive Ablaufabschnitte. Nachdem alle \u201eunn\u00f6tigen Handgriffe\u201c aus dem Gesamtablauf eliminiert wurden, bekam jede Arbeiter*in Einzeloperationen zugewiesen, welche sie in h\u00f6chstm\u00f6glicher Geschwindigkeit auszuf\u00fchren hatte. Bei einer Steigerung der L\u00f6hne von etwa 60% waren die Arbeiter*innen anf\u00e4nglich nicht abgeneigt von der neuen Arbeitsteilung. Die Entfremdung der T\u00e4tigen von ihrem T\u00e4tig-sein und die Tatsache, dass durchschnittlich eine 370% Leistungssteigerung mit der Umstrukturierung einher ging, wurde erst sp\u00e4ter als intensivierte Verwertung der Arbeiter*innen und weitere Abtrennung kritisiert. Quelle: Robert Kurz: Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft. 1. \u2013 4. Auflage, Ullstein-TB 36308, M\u00fcnchen \/ Berlin 2001\u20132005. Mit dem Taylorismus wird heute die Stechuhr und zeitliche Begrenzung einzelner T\u00e4tigkeiten und die extreme Arbeitsteilung verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote4anc\" id=\"sdfootnote4sym\">4<\/a>&#8222;<em>Schwarz<\/em>&#8220; bezeichnet ebenso wie &#8222;<em>Wei\u00df<\/em>&#8220; eine soziale Konstruktion und keine reelle Hautfarbe oder biologische Eigenschaft. <strong><em>Schwarz-Sein<\/em><\/strong><strong> ist <\/strong>ein gesellschaftliche Konstruktion und keine reelle Eigenschaft. Es handelt sich um Menschen, die eine Rassismuserfahrung teilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote5anc\" id=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Eigene Befragung im Krankenhaus. April 2024.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote6anc\" id=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> Hier danke ich Doro Gebele f\u00fcr den stetigen Austausch zu diesen Themen seit vielen Jahren und die Einblicke in ihren Pflegealltag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote7anc\" id=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> Adelheid Biesecker, Diane Elson, Alicia Gir\u00f3n Gonz\u00e1lez, Friederike Habermann, Gabriele Winker und andere geh\u00f6ren zu jenen feministischen Wissenschaftler*innen, die die Mainstream-Wirtschaftswissenschaften f\u00fcr ihr Missachten von (f\u00fcr-)sorgenden T\u00e4tigkeiten kritisieren und diesem etwas entgegensetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote8anc\" id=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> F\u00fcrsorge im privaten Bereich werden nicht subventioniert, jedoch wurden bspw. 2022 f\u00fcr Krankheit 395 Mrd. Euro, f\u00fcr Kinder 125 Mrd. Euro und f\u00fcr Alter 349 Mrd. Euro ausgegeben. <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/zahlen-und-fakten\/soziale-situation-in-deutschland\/61890\/sozialbudget\/\">https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/zahlen-und-fakten\/soziale-situation-in-deutschland\/61890\/sozialbudget\/<\/a> (4.5.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote9anc\" id=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Hier sei auch darauf hingewiesen, dass es Staaten gibt, die F\u00fcrsorgeeinrichtungen komplett aus der Profitorientierung nehmen. Beispielsweise waren im Verwaltungssozialismus in Jugoslawien Pflege- und Bildungseinrichtungen nicht \u00fcber den Markt organisiert. Quelle GINA. Auch in Deutschland wird die Vergesellschaftung von Bereichen, wo menschliche Bed\u00fcrfnisse im Zentrum stehen gefordert. Zum Beispiel <a href=\"https:\/\/care-revolution.org\/\">https:\/\/care-revolution.org\/<\/a> (6.5.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote10anc\" id=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/themen\/gleichstellung\/aufwertung-sozialer-berufe\/soziale-berufe-interessant-fuer-frauen-und-maenner-181446\">https:\/\/www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/themen\/gleichstellung\/aufwertung-sozialer-berufe\/soziale-berufe-interessant-fuer-frauen-und-maenner-181446<\/a> (17.4.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote11anc\" id=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> <a href=\"https:\/\/www.svr-migration.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/SVR_Factsheet_Jahresgutachten_2022.pdf\">https:\/\/www.svr-migration.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/SVR_Factsheet_Jahresgutachten_2022.pdf<\/a> (17.4.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote12anc\" id=\"sdfootnote12sym\">12<\/a><em>Wei\u00dfe<\/em> Menschen befinden sich in einer privilegierten Position innerhalb des Machtverh\u00e4ltnisses Rassismus. \u201e<em>Wei\u00df<\/em>&#8220; bezeichnet ebenso wie &#8222;<em>Schwarz<\/em>&#8220; eine soziale Konstruktion und keine reelle Hautfarbe oder biologische Eigenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote13anc\" id=\"sdfootnote13sym\">13<\/a>Holtermann, Daniel &amp; Hahne, Alexander: M\u00e4nnlichkeiten (ver)lernen. Anleitung zur Selbstverantwortung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote14anc\" id=\"sdfootnote14sym\">14<\/a>Im Podcast \u201eWhite Fragility\u201c zeigt Dr. Robin DeAngelo auf, wie bereits die ersten Eindr\u00fccke im Krankenhaus Neugeborenen vermitteln, welche Personen mit welcher Hautfarbe an welchen Stellen in der Machthierarchie stehen. https:\/\/open.spotify.com\/episode\/3zyFPmLEgYlnXERgIFRbIW?si=ZpEhR0VLSYirOUklU3c-CA (1.3.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote15anc\" id=\"sdfootnote15sym\">15<\/a>Um diesem hegemonialen M\u00e4nnlichkeitsideal n\u00e4her zu kommen, m\u00fcssen m\u00e4nnlich sozialisierte Personen f\u00fcrsorgende und mitf\u00fchlende Anteile tendenziell abspalten. Die Trennung findet also auch im Innenraum statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote16anc\" id=\"sdfootnote16sym\">16<\/a>Gespr\u00e4ch mit Architekt Nikolas Kichler, 1.M\u00e4ez 2025.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote17anc\" id=\"sdfootnote17sym\">17<\/a>Vergl. Vortrag von Andreas Weber \u201eSein durch Teilen\u201c. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Jmi_XH8TBy8\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Jmi_XH8TBy8<\/a> (7.2.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote18anc\" id=\"sdfootnote18sym\">18<\/a> Ich m\u00f6chte T\u00e4tigkeiten an Maschinen nicht abwerten. Und doch ist leichter sich dabei abzugrenzen, nur das zu tun, was im \u00e4quivalenten Tausch &#8211; Geld gegen Arbeitszeit &#8211; ausgemacht ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote19anc\" id=\"sdfootnote19sym\">19<\/a>Hannah Arendt: Arbeit macht unser Wesen aus. GINA<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote20anc\" id=\"sdfootnote20sym\">20<\/a> Diese Redewendung lehnt sich an: <a href=\"https:\/\/kurzelinks.de\/cyu3\"><u>https:\/\/kurzelinks.de\/cyu3<\/u><\/a> (4.5.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote21anc\" id=\"sdfootnote21sym\">21<\/a> Die Initiative Equal Care stetzt sich innerhalb der Systemlogik f\u00fcr eine Anerkennung, finanzielle Wertsch\u00e4tzung und faire Verteilung von Caret\u00e4tigkeiten ein. <a href=\"https:\/\/equalcareday.org\/manifest\/\">https:\/\/equalcareday.org\/manifest\/<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote22anc\" id=\"sdfootnote22sym\">22<\/a> <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2024\/02\/PD24_073_63991.html\">https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2024\/02\/PD24_073_63991.html<\/a> (5.5.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote23anc\" id=\"sdfootnote23sym\">23<\/a> Studien, wie jene von Heike Wagner zeigen am Beispiel Spaniens, wie die gleichzeitige Lohnarbeit von Frauen* und M\u00e4nnern* eine Verlagerung der h\u00e4uslichen Sorget\u00e4tigkeiten auf Migrant*innen aus Lateinamerika nach sich zog. Diese wiederum \u00fcbergeben die Sorget\u00e4tigkeiten f\u00fcr ihre eigenen Familien ihren M\u00fcttern, um migrieren zu k\u00f6nnen und die Familie von Spanien aus zu ern\u00e4hren. Struktureller Rassismus l\u00f6ste hier &#8211; teilweise &#8211; strukturellen Sexismus ab &#8211; die wenig verwertbare Sorget\u00e4tigkeit wird schlicht innerhalb von Diskriminierungsstrukturen nach \u201eunten\u201c durchgereicht. Heike Wagner 2010: Dasein f\u00fcr Andere &#8211; Dasein als Andere in Europa. Ecuadorianische Hausarbeiterinnen in Privathaushalten und katholischen Gemeinden Madrids. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote24anc\" id=\"sdfootnote24sym\">24<\/a>F\u00fcrsorge allgemein und auch emotionale F\u00fcrsorge gehen einher mit einem hohen Anteil an Organisationsarbeit, mit mental load. Auch dieser ist Studien zu folge ungleich verteilt und wird vorwiegend von Frauen* geleistet. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Karrieren von Frauen* verhindert, weil sie bereits eine hohe Grundbelastung mitbringen. Vergl. <a href=\"https:\/\/www.bcg.com\/publications\/2019\/lightening-mental-load-holds-women-back\">https:\/\/www.bcg.com\/publications\/2019\/lightening-mental-load-holds-women-back<\/a> (13.2.2025). Wer dies besser verstehen m\u00f6chte, dem sei dieser Comic von Emma empfohlen: <a href=\"https:\/\/krautreporter.de\/geschlecht-und-gerechtigkeit\/1983-du-hattest-doch-bloss-fragen-mussen\">https:\/\/krautreporter.de\/geschlecht-und-gerechtigkeit\/1983-du-hattest-doch-bloss-fragen-mussen<\/a> (13.2.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote25anc\" id=\"sdfootnote25sym\">25<\/a> bell hooks (2022) beschreibt in ihrem Buch \u201eM\u00e4nner, M\u00e4nnlichkeit und Liebe\u201c den Zusammenhang zwischen mangelnder F\u00e4higkeit zu Mitgef\u00fchl und Patriarchat. Vor allem m\u00e4nnlich sozialisierte Personen lernen im Patriarchat, dass sie dem m\u00e4nnlichen Rollenbild mehr entsprechen, wenn sie nicht f\u00fchlen. Da Kinder jedoch gleicherma\u00dfen f\u00fchlen, jenseits ihres biologischen Geschlechts, lernen m\u00e4nnlich sozialisierte Personen sie im Laufe ihrer Kindheit \u201ehinunter zu schlucken, sie zu vergessen, zu hoffen, dass sie vergehen\u201c (S.22). Dieser Prozess, der dem Patriarchat und seinen transportierten Rollenbildern inh\u00e4rent ist, tut Menschen Gewalt an. Jenen, die sich ihre Gef\u00fchle abtrainieren und jenen, die ein mitf\u00fchlendes Gegen\u00fcber vermissen &#8211; oft trifft auf eine Person beides gleichzeitig zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote26anc\" id=\"sdfootnote26sym\">26<\/a> Ein nicht belegtes Experiment von Friedrich II. Soll gezeigt haben, dass Babys, die keine emotionale F\u00fcrsorge erhalten, sterben. Zumindest scheint belegt, dass Babys mit geringer emotionaler Zuwendung in ihrer Entwicklung gegen\u00fcber anderen Kindern zur\u00fcckbleiben. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/folio\/dieser-versuch-macht-sprachlos-ld.1621730\">https:\/\/www.nzz.ch\/folio\/dieser-versuch-macht-sprachlos-ld.1621730<\/a> (6.5.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote27anc\" id=\"sdfootnote27sym\">27<\/a>Zu Bezogenheit zwischen Mensch und mehr-als-menschlicher Natur siehe Kapitel ???<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote28anc\" id=\"sdfootnote28sym\">28<\/a>Wir leben nie nur mit einer Ontologie. Vielmehr konkurrieren mehrere miteinander. Die Weltsicht, die unsere famili\u00e4re Sph\u00e4re strukturiert, muss nicht dieselbe sein wie jene, auf deren Grundlage wir in der geldlogischen Sph\u00e4re agieren. Das ist ein Grund unter mehreren, warum wir Menschen manchmal sowohl als liebevoll und f\u00fcrsorglich und in einem anderen Kontext als kalt und kalkulierend erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote29anc\" id=\"sdfootnote29sym\">29<\/a>Kinder werden geboren und es ist f\u00fcr sie zuerst selbstverst\u00e4ndlich, dass sie umsorgt werden. Sie sind darauf angewiesen und kennen keinen \u00e4quivalenten Tausch. Wenn alles gut geht, gehen sie zuerst mal davon aus, dass ihnen F\u00fcrsorge zusteht. Erst sp\u00e4ter lernen wir, dass wir von vielem grunds\u00e4tzlich ausgeschlossen sind, au\u00dfer wenn wir daf\u00fcr bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote30anc\" id=\"sdfootnote30sym\">30<\/a> Stefan Meretz und Simon Sutterl\u00fctti haben mit Wissenschaftler*innen im Rahmen eines gro\u00dfen Forschungsprojektes solch eine Gesellschaft simuliert. <a href=\"https:\/\/nach-dem-geld.de\/\">https:\/\/nach-dem-geld.de\/<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote31anc\" id=\"sdfootnote31sym\">31<\/a> Medico international (2017): Venezuela: im Konsens. <a href=\"https:\/\/www.medico.de\/im-konsens-16802\/\">https:\/\/www.medico.de\/im-konsens-16802\/<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote32anc\" id=\"sdfootnote32sym\">32<\/a> Cecosesola (2021): Eine andere m\u00f6gliche Welt. <a href=\"https:\/\/netz-bb.netz.coop\/fileadmin\/user_upload\/2021-Broschuere-Cecosesola.pdf\">https:\/\/netz-bb.netz.coop\/fileadmin\/user_upload\/2021-Broschuere-Cecosesola.pdf<\/a> (26.7.2024), S.2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote33anc\" id=\"sdfootnote33sym\">33<\/a> Silke Helfrich (2015): Venezuela: Wir sind ein gro\u00dfes Gespr\u00e4ch. <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2015\/11\/02\/wir-sind-ein-grosses-gespraech\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2015\/11\/02\/wir-sind-ein-grosses-gespraech<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote34anc\" id=\"sdfootnote34sym\">34<\/a> Silke Helfrich (2015): Venezuela: Wir sind ein gro\u00dfes Gespr\u00e4ch. <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2015\/11\/02\/wir-sind-ein-grosses-gespraech\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2015\/11\/02\/wir-sind-ein-grosses-gespraech<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote35anc\" id=\"sdfootnote35sym\">35<\/a> <a href=\"https:\/\/rightlivelihood.org\/the-change-makers\/find-a-laureate\/cecosesola\/\">https:\/\/rightlivelihood.org\/the-change-makers\/find-a-laureate\/cecosesola\/<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote36anc\" id=\"sdfootnote36sym\">36<\/a> Silke Helfrich &amp; David Bollier: Commons: Cecosesola &#8211; oder wie man den Markt ignoriert. <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2022\/09\/29\/commons-cecosesola-oder-wie-man-den-markt-ignoriert\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2022\/09\/29\/commons-cecosesola-oder-wie-man-den-markt-ignoriert<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote37anc\" id=\"sdfootnote37sym\">37<\/a> Cecosesola (2021): Eine andere m\u00f6gliche Welt. <a href=\"https:\/\/netz-bb.netz.coop\/fileadmin\/user_upload\/2021-Broschuere-Cecosesola.pdf\">https:\/\/netz-bb.netz.coop\/fileadmin\/user_upload\/2021-Broschuere-Cecosesola.pdf<\/a> (26.7.2024), S. 25.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote38anc\" id=\"sdfootnote38sym\">38<\/a>Amadors Geschichte ist nachzulesen: Kooperative Cecosesola (2024): Und wenn es dann ans Altwerden geht\u2026 In: Contraste: Zeitung f\u00fcr Selbstorganisation (2024), Nr. 474, S. 9. oder https:\/\/www.contraste.org\/wp-content\/archiv\/2024_03_Nr.%20474.pdf (1.3.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote39anc\" id=\"sdfootnote39sym\">39<\/a>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MDGTlGjEc1s (13.2.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote40anc\" id=\"sdfootnote40sym\">40<\/a>https:\/\/www.klimakollaps.org\/angebote\/klimakollaps-cafe (1.3.2025), https:\/\/www.klima-kollaps-kommunikation.de\/ (1.3.2025) und Tadzio M\u00fcller (2024): Zwischen friedlicher Sabotage und Kollaps. Wie ich lernte die Zukunft wieder zu lieben. Wien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote41anc\" id=\"sdfootnote41sym\">41<\/a>https:\/\/transparents.net\/ueber-uns\/ (1.3.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote42anc\" id=\"sdfootnote42sym\">42<\/a>https:\/\/www.transcript-open.de\/pdf_chapter\/bis%202999\/9783839428351\/9783839428351-043.pdf (2.3.2025) und https:\/\/artabana.de\/ (2.3.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote43anc\" id=\"sdfootnote43sym\">43<\/a> Helfrich, Silke &amp; Bollier, David (2019): Frei, fair und lebendig. Die Macht der Commons. Bielefeld, S. 23.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote44anc\" id=\"sdfootnote44sym\">44<\/a> Gray, Bradford et al (2015): Home Care by Self-Governung Nursing Teams: The Netherlands\u2018 Buurtzorg Model. <a href=\"https:\/\/www.commonwealthfund.org\/publications\/case-study\/2015\/may\/home-care-self-governing-nursing-teams-netherlands-buurtzorg-model?redirect_source=\/publications\/case-studies\/2015\/may\/home-care-nursing-teams-netherlands\">https:\/\/www.commonwealthfund.org\/publications\/case-study\/2015\/may\/home-care-self-governing-nursing-teams-netherlands-buurtzorg-model?redirect_source=\/publications\/case-studies\/2015\/may\/home-care-nursing-teams-netherlands<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote45anc\" id=\"sdfootnote45sym\">45<\/a> www.buurtzorg.com (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote46anc\" id=\"sdfootnote46sym\">46<\/a>https:\/\/buurtzorg-deutschland.de\/ (1.5.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote47anc\" id=\"sdfootnote47sym\">47<\/a> <a href=\"https:\/\/www.buurtzorg.com\/innovation\/\">https:\/\/www.buurtzorg.com\/innovation\/<\/a> (26.7.2024).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote48anc\" id=\"sdfootnote48sym\">48<\/a>Beginenhof K\u00f6ln: https:\/\/beginenhof-koeln.de\/ (1.3.2025) als Teil der Beginenstiftung https:\/\/beginenstiftung.de\/ (1.3.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote49anc\" id=\"sdfootnote49sym\">49<\/a>Diese Frage ist hilfreich in allen Nachbeziehungen gemeinsam zu besprechen. Wenn wir die W\u00fcnsche voneinander kennen, sind wir in der Lage in den entscheidenden Momenten gute Entscheidungen zu f\u00e4llen. Das Audio von Doro zeigt eindr\u00fccklich, wie verbindend dies sein kann, wenn die Entscheidungen \u00fcber lebenserhaltende Ma\u00dfnahmen oder nicht gemeinsam getragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote50anc\" id=\"sdfootnote50sym\">50<\/a>Ursula Fr\u00f6hlich (2024): Frauengemeinschaft k\u00fcmmert sich um ein w\u00fcrdiges Lebensende. In: Contraste: Zeittun f\u00fcr Selbstorganisation (2024), Nr. 474, S. 12. oder https:\/\/www.contraste.org\/wp-content\/archiv\/2024_03_Nr.%20474.pdf (1.3.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote51anc\" id=\"sdfootnote51sym\">51<\/a>https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/oekologische-beerdigung-kompostieren-als-bestattungsmethode-100.html (1.3.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote52anc\" id=\"sdfootnote52sym\">52<\/a>Andreas Weber (2023): Essbar sein \u2013 Versuch einer biologischen Mystik. Klein Jasedow.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*** Ein Einleitungstext zum Thema F\u00fcrsorge von Sigi Soundtrack zum Text: Lampe: Immer muss ich alles alleine machen. *** Vor kurzem war ich eine Woche im Krankenhaus. Es war nicht geplant, sondern ein Notfall. 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